Donnerstag, 10.04.2025
18:00 Uhr – 21:00 Uhr
DG Kunstraum, Finkenstraße 4, 80333
München
Institutionen
Ressource, Research, Reset
»Architektonische Transformation sakraler Räume«. Eine Ausstellung mit dem Lehrstuhl für Entwerfen und Gestalten der TUM mit freundlicher Unterstützung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München.
Die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst e.V. (DG) hat sich im Lauf ihrer Geschichte immer wieder mit Fragen des Kirchenbaus und der Ausgestaltung kirchlicher Räume beschäftigt. Zum Beispiel 2018 anlässlich der 125-Jahr-Feier des Vereins mit der Wanderausstellung »Zusammenspiel – Kunst im sakralen Raum« oder 2023 der Wanderausstellung »Kirche Raum Gegenwart«, die dazu anregt, über Kirchenräume neu nachzudenken, da diese identitätsstiftend und oft ortsbildprägend sind.
Auch in modernen Gesellschaften sind Kirchen oft Orte der sozialen Zusammenkunft. Viele Kirchengemeinden engagieren sich sozial, etwa in der Obdachlosenhilfe oder der Flüchtlingshilfe. Kirchengebäude sind damit auch ein Symbol für soziale Verantwortung und ein Ort für gemeinschaftliches Engagement. In einer Zeit sinkender Mitgliederzahlen in den Gemeinden und dem damit verbundenen Rückgang des Bedarfs an kirchlichen Räumen ist es von zentraler Bedeutung, neue Konzepte für den jeweiligen Erhalt oder die Transformation dieser bedeutenden Bauwerke zu entwickeln.
»Ressource, Research, Reset – Architektonische Transformation sakraler Räume« schärft den Blick auf die Qualität von Kirchenräumen und präsentiert neue, innovative Nutzungen, um diese als Räume für die Gesellschaft und ihre Bedürfnisse zu erhalten. Das Projekt ist das Ergebnis einer Kooperation mit dem Lehrstuhl von Prof. Uta Graff für Entwerfen und Gestalten der Technischen Universität München (TUM). Das gleichnamige Masterprojekt startete im Sommersemester 2024 mit einer ersten Aufgabenstellung. Die Studierenden befassten sich mit der architektonischen Umformung der Kirche St. Johannes in Ingolstadt des Architekten Theo Steinhauser aus dem Jahr 1964. Dabei galt es gleichermaßen den baulichen Bestand, wie den städteräumlichen Kontext zu studieren. Der Entwurf sollte neue Nutzungen, als auch bauliche und strukturelle Veränderungen berücksichtigen und diese in Form von Modellen, innenräumlichen Fotografien und Zeichnungen vermitteln.
Die Studierenden des Wintersemesters 2024/25 befassten sich mit der architektonischen Transformation und baulichen Ergänzung des Kirchenzentrums St. Mauritius in München-Moosach des Architekten Herbert Groethuysen aus dem Jahr 1967. Die Nutzung des seit August 2024 unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes war dieses Mal vorgegeben: es sollte eine Wohnnutzung entwickelt werden. Dabei galt es gleichermaßen den baulichen Bestand wie den städteräumlichen Kontext zu betrachten, über mögliche Formen des Wohnens in einer Gemeinschaft und deren räumlichen Bedarf nachzudenken.
Die drei Begriffe »Ressource«, »Research« und »Reset« bilden das Fundament des Projektes: »Ressource« ist das architektonische Potenzial und die kulturelle Substanz der Kirchenräume; »Research« die Notwendigkeit, historische und strukturelle Aspekte der Bauwerke zu erforschen und »Reset« verweist auf die Chance auf einen Neuanfang und eine konstruktive Sichtweise auf diese bedeutenden Räume.
Die Ergebnisse der Projekte werden im DG Kunstraum präsentiert und ermöglichen einen Einblick in innovative Vorschläge für eine relevante und komplexe Fragestellung. Die Ausstellung knüpft an die Re* Vortragsreihe zum Thema Nachhaltigkeit im Bausektor an und wird von der Erzdiözese München und Freising sowie von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Bayern unterstützt.
Programm
Gespräche: »(1) Reset« mit Prof. Per Pedersen, Architekt, Professur für Entwerfen und Bauen im Bestand an der BTU Cottbus, am Do 15.5. um 19:00; »(2) Ressource« mit Dr. Karin Berkemann, Kunsthistorikerin, Theologin und Initiatorin des Kirchenmanifests, am Di 20.5. um 19:00; »(3) Research« mit Prof. Dr. Albert Kirchengast, Architekt, Professur für Architekturtheorie mit Schwerpunkt Bauen im Bestand an der BTU Cottbus, am Di 27.5. um 19:00;
Finissage mit Performance: Jin Lee (Tanz) & Alexander Gerner (Saxophon) spielen mit Bewegung und Klang im Raum und interpretieren den Ausstellungstitel, am Do 5.6. um 19:00
Begleitend
♲ Re* 6: Vortragsreihe zum Thema Nachhaltigkeit im Bausektor mit Gerhard Matzig, Journalist & Autor, und Prof. Amandus Samsøe Sattler, Architekt, am Mi 30.4. um 19:00;
Vortrag im Rahmen der Reihe BDA Gespräch Architektur als Werkzeug der Erinnerung »Das kirchliche Bauerbe des 20. Jahrhunderts: Denkmalstatus oder Schrottwert?« mit Manuela Klauser, Kunsthistorikerin & Wiss. Mitarbeiterin DFG-FOR Sakralraumtransformation, am Do 22.5. um 19:00 (BDA, Landesverband Bayern e.V., Türkenstr. 34, 80333 München)
Öffnungszeiten: Di-Fr 12:00-18:00 u.n.Vbg., Eintritt frei
Eröffnung mit 19:00 Begrüßung und Einführung durch Kuratorin Benita Meißner, Univ. Prof. Uta Graff / TUM, am Do 10.4. 18:00-21:00 (bis 5.6.)
Termine & Tickets
Veranstaltungsort / Karte
DG Kunstraum
Adresse: Finkenstraße 4,
80333 München