ACT des Monats April: FLIEGENDE HAIE

„Da bekommen wir Hummeln im Arsch“

Nimmt man den Titel ihrer aktuelle Single „Mein Ego sagt ich kann das“, der auch gleich für die ausgedehnte Tour namensgebend ist, scheint mangelndes Selbstbewusstsein nicht das Problem von Kristina „Krissi“ Paulini und Jan König. Als Pop-Duo nennen sich die beiden Fliegende Haie und wären, so unsere vorsichtige Einschätzung, der wohl bessere ESC-Act für Basel gewesen. Denn auch ihre Songs ballern, und wie: Scharf geschliffener, bissiger Electro-Sound mit viel Melodie und obendrein auch Message, wie etwa bei der eben schon erwähnten Single, in der sie den allgegenwärtigen, weit verbreiteten und gesellschaftlich nicht nur geduldeten sondern im Neo-Kapitalismus förmlich erwarteten Egoismus anprangern. Richtig und wichtig war auch ihre 2024 erschienene Single „Ich blute“, in der sich die Haie dem vermeintlichen Tabuthema Menstruation annehmen. Überhaupt kreisen ihre textlichen Gedanken um überwiegend brisante, zeitaktuelle Themen wie Geschlechterrollen, sexuelle Selbstbestimmung und mentale (Nicht-)Gesundheit.

Obendrein geschätzt werden die beiden aus Südbayern (Jan ist Münchner, Krissi kommt aus Augsburg, lebt derzeit aber in Leipzig) auch für ihre extravaganten Liveshows, die da positiv verrückt, sexy und manchmal auch aufwühlend „theatralisch“ daherkommen. Pure Freude am Machen und Sein wird hier mühelos transportiert, was bei der Crowd unweigerlich zu Ausschüttung aller erdenklich Neurotransmitter von Adrenalin über Dopamin und Endorphin bis hin zu Serotonin und Oxytocin führt. „Angefangen hat alles, als wir uns für einen One-Night-Stand verabredet haben. Gut vier Jahre später hängen wir immer noch zusammen rum“ geben Krissi und Jan einträchtig zu Protokoll. Gut so, weswegen sich alle Münchnerinnen und Münchner auf den 26.4. freuen dürfen, an dem die Fliegenden Haie zu clubbigen Beats und glitzernden  Synthies rappen und singen, dann nämlich wenn sie im Feierwerk Orangehouse ihr Heimspiel geben. Hier gibt’s Tickets.

Q & A

1. Was inspiriert dich/euch? 

Menschen, die in der Vergangenheit hängen und Dinge nicht hinterfragen: Da bekommen wir Hummeln im Arsch, richtig fest an den Pfeilern zu rütteln. Umgekehrt inspirieren uns Menschen, die schon neue Wege gehen. Musikalisch, aber auch insgesamt in der Gesellschaft. Da leuchten die Sternchenaugen, weil man sich denkt: Geil, dass die das so machen und ihnen kackegal ist, wenn andere nicht drauf klarkommen. 

2. Dein/euer absoluter Geheimtipp für München? 

Lieferservice `Da Leonardo´! Einmal die Woche wird hier Pizza bestellt und dann selbst abgeholt (10% Abholrabatt, wuhu!). Und by the way auch immer dieselbe Pizza: Sauce Hollandaise, Paprika, Mais, Jalapenos und Peperoni. Wir sind motiviert, die so lange zu bestellen, dass die Kreation irgendwann unseren Namen trägt. 

3. Wo siehst du/ihr dich/euch in zehn Jahren?

Jan: WG-Haus mit Garten in Neuhausen. Oder Alm-Öhi. 

Krissi: Ich hab das Gefühl, dass ich großes Potential zur Katzenfrau habe. Also vielleicht dann das.

4. Was ge-/missfällt dir/euch in/an München? 

Nicht gut: Wohnkosten. So einfach, so bitter.

Gut: Dass sich die Kulturszene zunehmend vernetzt. Und dass die U-Bahn endlich auch nachts fährt.

5. Welchen (Münchner) Prominenten würdest du/ihr gerne zum Kaffee/Bier treffen?

Meister Eder 

6. München ist für mich/uns wie … 

Die Tante, von der man immer denkt, dass sie ziemlich bieder ist. Und bei der man dann feststellt, dass sie – ohne dass der Rest der Familie es gecheckt hat – auch schon immer doll freiheitsliebend unterwegs ist und gerne mal die Nächte durchfeiert. 

Weitere Infos + Links zu FLIEGENDE HAIE gibt’s hier: fliegendehaie.com/