Donnerstag, 22.05.2025
19:30 Uhr – 20:30 Uhr Tickets
Haus der Kunst, Prinzregentenstr. 1, 80538
München
Dance
Ligia Lewis: deader than dead
Die Performance beginnt mit einer gehauchten Darbietung von Macbeths letztem Monolog aus Shakespeares Tragödie: „Tomorrow and tomorrow, and tomorrow creeps in this petty pace from day to day“, während sich ein Performer über die Tanzfläche bewegt, eine Abfolge von Bewegungen probt und wiederholt – stockend in ihrem Fluss. Indem Ligia Lewis mit Macbeths Reflexionen über Sterblichkeit und die Sinnlosigkeit des Lebens beginnt, setzt sie die Lebendigkeit des Werks in einen direkten Dialog mit dem Tod.
Während sich deader than dead entfaltet, setzt Lewis auf Wiederholung, um narrative Strukturen zu verflachen und Höhepunkte zu vermeiden. Die Performer*innen schwanken zwischen „deadpan“ – einer ausdruckslosen Darbietungsform, die emotionale Distanz herstellt – und Slapstick – einer überzeichneten, fast plastischen Performativität. Die Tänzer*innen zucken, winden sich und bewegen sich in wiederkehrenden Mustern, die von Momenten der Stille unterbrochen werden – begleitet von einem Soundtrack aus angestrengtem Atem, treibenden Techno-Beats und Chormusik aus dem 14. Jahrhundert.“Tels rit au main qui au soir pleure“ („Wer am Morgen lacht, weint am Abend“), eine Ballade des französischen Dichters und Komponisten Guillaume de Machaut (1300–1377), untermalt Teile der Aufführung. Indem es auf die mittelalterliche Tradition der Klage zurückgreift, wird das Stück als endlose Beschwerde inszeniert – eine Darlegung der Grenzen von Fortschritt. Mit jeder Wiederholung verfällt die Performance, entzaubert den Schein der Darstellung und dekonstruiert sich selbst.
Lewis’ danse macabre, ihre choreografierte Allegorie auf die unausweichliche Präsenz des Todes, ruft ein eindringliches Gefühl von Unheil hervor – ein Gefangensein im Albtraum der Gegenwart als ein Produkt der Geschichte. Tomorrow and tomorrow and tomorrow wird kommen, und so wird, so suggeriert deader than dead, sich jeder Versuch von Fortschritt auflösen, stolpern, fehlschlagen und so enden, wie er begann: in Nichtigkeit, in Absurdität, in einer Endlosschleife.
Neben der Liveperformance ist beim International DANCE Festival München auch die Videoversion von deader than dead im Rahmen der performativen Installation study now steady zu sehen.
(Veranstaltertext)
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Adresse: Prinzregentenstr. 1,
80538 München